Friday, December 23, 2005

ich warte,...

Ich sitze hier in einem Raum. Kaltes Neonlicht durchflutet jede Ritze. Unbequeme Stühle, darauf unbequeme Menschen, ruhige Menschen, kranke Menschen. Der Fußboden ist grau und hat merkwürdige weiße schwarze und graue Punkte, er paßt zu den Sitzbezügen, die sind auch grau. Ja, es gibt auch ein paar Pflanzen, neben mir zum Beispiel, eine große mit 8 fingrigen Blättern. Daneben Zeitschiften, die liegen auch überall rum. Einige der kranken Menschen lesen, andere schauen starr in eine Richtung, bewegen hin und wieder ihren Po und rücken alles an sich zurecht, meist Frauen. Allen steht die lange Weile ins Gesicht geschrieben. Ich hasse es auch zu warten. Was habe ich in der vergangen Stunde schon alles gelesen, viel, sehr viel.
An der Wand hängen Bilder, Graphiken, Collagen, schwarz. Motive; Leipzig. Das ist die Stadt in der ich hier bin. Es ist kalt draußen. Die Stadt ist kalt. Auch deshalb bin ich sicher hier.
Wieso rufen die mich nicht endlich auf, ich hasse es immer noch zu warten. Die Mschen um mich herum nerven mich, obgleich sie nichts tun, doch sie scharren mit ihren Ärschen, stehen auf, holen sich neue ausgelutschte Zeitungen, blicken schräg in der Gegend rum, sobald sie meinen Blick streifen wenden sie sich verstört ab. Verstört, Gestört, das ist wohl das richtige Wort für alle, die hier sitzen. Bin ich etwa ungerecht? Nein, ich doch nicht, ich bin selbst-reflektiv; das ist gut, hilft ir aber nicht weiter, sonst müsste ich hier nicht halbe Ewigkeiten sitzen und auf das Aufrufen meines Namens warten.
Ein Greis sitzt rechts vor mir. Seine Haare sind grau, große Lücken klaffen auf seinem Haupt, sein Gesicht ist rot, die Augen, grau und trüb. Seine Hose: kakigrün und darüber ein braunes Hemd, mit schwarzen Streifen. Seine Hand stützt sein Kinn. Immer wieder kratzt er sich an den Ohren, hat der nichts besseres zu tun, als an sich herumzuscharren, wie eklig. Jetzt fallen auch noch Krümel aus seinem Oht, es würgt mich. Als wenn mein Ekel jetzt nicht schon groß genug wäre verpflanzt meine Phantasie auch noc eine noch ekligere Vorstellung in meinen Kopf:,….
Ich werde aufgerufen

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